Liebe Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen,

Wir, der Per­so­nal­rat für Grund‑, Haupt‑, Werkreal‑, Real- und Gemein­schafts­schu­len sowie Son­der­päd­ago­gi­sche Bil­dungs- und Bera­tungs­zen­tren (GHWRGS) set­zen uns seit vie­len Jah­ren für die Belange des Arbeits- und Gesund­heits­schut­zes an den Schu­len ein. In Wahr­neh­mung unse­res “Wäch­ter­am­tes” ach­ten wir dar­auf, dass die zuguns­ten der Lehr­kräfte und Schul­lei­tun­gen gel­ten­den Bestim­mun­gen auch in die­sem Bereich ein­ge­hal­ten wer­den. Zusam­men mit der Schwer­be­hin­der­ten­ver­tre­tung (SbV) und der Beauf­trag­ten für Chan­cen­gleich­heit (BfC) sind wir im Arbeits­schutz­aus­schuss (ASA) auf Schul­amts­ebene ver­tre­ten, machen Vor­schläge und koope­rie­ren mit dem Schul­amt bei der Aus­ge­stal­tung the­men­be­zo­ge­ner Fort­bil­dungs­an­ge­bote. Wir erar­bei­ten Kon­zept­pa­piere zur Kon­flikt­be­ar­bei­tung und ste­hen – wenn not­wen­dig – zur Bera­tung und Beglei­tung zur Ver­fü­gung


Gesund­heit­li­che Gefähr­dung an unse­rem Arbeits­platz Schule – Prä­ven­tion und Inter­ven­tion – wer hat wel­che Auf­ga­ben?

Die Schulleiter/innen sind ver­ant­wort­lich dafür, dass die Bestim­mun­gen des Arbeits- und Gesund­heits­schut­zes an den Schu­len für die Beschäf­tig­ten umge­setzt wer­den. Vor­aus­set­zung für Prä­ven­tion und Inter­ven­tion in die­sem Bereich ist eine stän­dig aktu­elle Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung.

Wir unter­schei­den zwi­schen arbeits­platz­be­zo­ge­nen und per­so­nen­be­zo­ge­nen Gefähr­dun­gen.

Arbeits­platz­be­zo­gene Gefähr­dun­gen

Diese arbeits­platz­be­zo­ge­nen Gefähr­dun­gen kön­nen sich dadurch erge­ben, dass sicher­heits­tech­ni­sche Vor­schrif­ten nicht ein­ge­hal­ten wer­den oder Schutz­be­stim­mun­gen im Bereich Raum­klima, Tem­pe­ra­tur oder Schall/Lärm nicht umge­setzt wer­den. Bei der Erstel­lung der arbeits­platz­be­zo­ge­nen Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung wer­den die Schu­len durch die Schul­ver­wal­tung unter­stützt. Diese hat einen Dienst­leis­ter – den B.A.D. – damit beauf­tragt. Der B.A.D. beschäf­tigt dazu Fach­kräfte für Arbeits­si­cher­heit. Zustän­dige Fach­kraft für die GHWRGS-Schu­len und SBBZ in unse­rem Bereich ist Andreas Hölle. Herr Hölle hat den Auf­trag, mit allen Schu­len ein Erst­ge­spräch zu füh­ren. Dies fin­det inei­nem klei­nen Rah­men statt: mit der Schul­lei­tung und/oder deren Ver­tre­tung und dem Sicher­heits­be­auf­trag­ten der Schule. Bei die­sem Erst­ge­spräch wer­den die Basis­da­ten der Schule auf­ge­nom­men. 

Anschlie­ßend erfolgt eine „Besich­ti­gung“ (“ori­en­tie­ren­der Rund­gang”) der Schule. Der Schul­trä­ger sollte an der Besich­ti­gung teil­neh­men, weil er für den ord­nungs­ge­mä­ßen bau­li­chen und sicher­heits­tech­ni­schen Zustand der Schule ver­ant­wort­lich ist. Der Per­so­nal­rat hat auf der Grund­lage von § 71 Abs. 7 LPVG das Recht, an der „Besich­ti­gung“ teil­zu­neh­men. Wir ver­su­chen nach Mög­lich­keit, die­ses Recht wahr­zu­neh­men. Im Anschluss an die „Besich­ti­gung“ erstellt die Fach­kraft für Arbeits­si­cher­heit ein Pro­to­koll, das die Schul­lei­tung dem Per­so­nal­rat nach Erhalt zusen­den muss. In die­sem Pro­to­koll wird fest­ge­hal­ten, wel­che Arbeits­auf­träge sich aus der „Besich­ti­gung“ erge­ben haben. 

Per­so­nen­be­zo­gene Gefähr­dun­gen 

Per­so­nen­be­zo­gene Gefähr­dun­gen kön­nen sich erge­ben, wenn Lehr­kräfte und Schul­lei­tun­gen so stark belastet/überlastet wer­den, dass gesund­heit­li­che Gefah­ren dro­hen. Die Kul­tus­ver­wal­tung unter­stützt die Schulen/Schulleitungen bei der Erstel­lung der Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung u.a. dadurch, dass sie nun schon zum zwei­ten Mal flä­chen­de­ckend ein Befra­gungs­in­stru­ment ent­wi­ckeln ließ und die­ses auch ein­ge­setzt hat. Das Instru­ment hat den Namen COPSOQ. COPSOQ (Copen­ha­gen Psy­cho­so­cial Ques­ti­onn­aire) ist ein bran­chen- und berufs­über­grei­fen­der Fra­ge­bo­gen zu psy­chi­schen Belas­tun­gen am Arbeits­platz. Den Kern bil­det das arbeits­wis­sen­schaft­li­che Modell einer Ursa­che-Wir­kungs-Bezie­hung zwi­schen der Arbeits­si­tua­tion (Belas­tun­gen) und dem Zustand des arbei­ten­den Men­schen (Belas­tungs­fol­gen bzw. Bean­spru­chun­gen). Gene­rell wer­den berufs- oder betriebs­spe­zi­fi­sche Anga­ben auf­ge­nom­men. Das sind sozio­de­mo­gra­fi­sche Merk­male (Alter, Geschlecht, Beruf), Fra­gen zur Struk­tur des Betriebs (Abtei­lun­gen, Stand­orte) bzw. zur Struk­tur der Beleg­schaft (Posi­tio­nen, Funk­tio­nen, Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nisse). Den COP­SOQ-Fra­ge­bo­gen mit sei­nen 87 Fra­gen (Items) bzw. 25 Ska­len. Die Befra­gung wurde im Juni 2016 an allen GHWRGS-Schu­len durch­ge­führt. Über die Ergeb­nisse wer­den wir in Kürze berich­ten.